Trentino-Tagebuch, Tag 2

Von hinten den Tag aufzuzäumen würde bedeuten, von halbgaren Bratwürsten und zuviel getrunkenem Bier zu erzählen. Lieber lasse ich das und blende den heutigen Abend einfach aus.

Chronologisch richtig und für alle Beteiligten auch leichter nachvollziehbar beginne ich mit der Fortsetzung von gestern. Wie war das noch gleich?

Genau. Die Heizung heizte nicht und wir haben alle gefroren. Und zwar richtig. So sehr, dass wir in unserer Not die Dienstkleidung übergezogen und uns auf dem Sofa eingekuschelt haben.

frostige Stimmung

Leider habe ich auf dem knapp bemessenen Bett auch nicht wirklich gut geschlafen. Der Liegekomfort lässt sich am besten mit dem eines Trampolins vergleichen. Also bin ich um kurz nach sechs aus dem Bett geklettert und habe mich auf den Tag vorbereitet. Die erste große Aufgabe bestand darin, in unserem kleinen Bergdorf Kaffee, Zucker und Brötchen zu besorgen. Diese Aufgabe konnte ich auch mit Erfolg bewältigen. Dabei habe ich bemerken dürfen, wie unwichtig eigentlich gegenseitiges Verständnis ist. Denn meine Italienisch-Kenntnisse sind ähnlich gut wie die Deutsch- bzw. Englisch-Kenntnisse der Verkäufer im hiesigen Dorfladen.

Dorfladen

Dorf

Nach dem ausgiebigen Frühstück begann die Stimmung dann wirklich grob in Richtung „Dolce Vita“ abzuschweifen. Milchkaffee trinken und entspannt auf dem sonnenbeschienenen Balkon entspannen. Aber wir sind ja nicht nur zur Entspannung hier und wollten sehr gerne noch eine Runde mountainbiken, bevor die Tage ab morgen durchgeplant sind und wir keine Zeit mehr dazu haben.

Morgenkaffee

Jegliche gute Stimmung verließ unseren Trupp aber, als Carstens nagelneue Shimano-XTR-Kette beim ersten Antritt riss und er sich den Lenker unglücklich so gegen das Knie schlug, dass er zwar einen Sturz – und damit eine Verschrammung der teuren Messe-Objekte – verhinderte, das Knie aber derartig anschwoll, dass eine Weiterfahrt unmöglich wurde.

Also haben Malte und ich uns auf den Weg gemacht, eine Runde durch die Alpen zu drehen und ein paar schöne Trails zu befahren.

Cotic BFe im Downhill

Zu Beginn fanden wir die Steigungen auch noch ganz unterhaltsam. Man fährt langsam bergauf, es wird steiler. Man fährt weiter bergauf und bekommt irgendwann das Gefühl, nach hinten umzukippen. So geht es immer weiter. Nachdem wir auf (gefühlten) drei Kilometer Strecke (gefühlte) viertausend Höhenmeter bergauf gefahren sind, verloren wir schnell die Lust an dieser Aktion und begannen, die Räder schnaufend schiebend bergauf zu zerren. Also haben wir uns an all den blühenden Bäumen und Pflanzen erfreut und haben beschlossen, vorerst keine Touren mehr ohne vorheriges Studium der Karten zu fahren.

Blüten

Softdrinker

Irgendwann haben wir irgendwie noch ein paar halbwegs schöne Wege gefunden- die uns aber lustigerweise aber eher an den Harz erinnerten als an die Alpen. Okay, die Berge sind doch etwas höher als zu Hause…

Pyga_Oneten29

Das wäre dann der Tag im Schnelldurchlauf. Morgen ist der erste Tag des Festivals, auf den wir schon sehr gespannt sind. Ich werde euch auf dem Laufenden halten. Bis dann!

(3) Kommentare

  1. Schön ist die Gegend auf jeden Fall. Hier kann man es sich wirklich gutgehen lassen, denn die Kombination aus hohen Bergen und großen Seen hat einen ganz besonderen Charm.

    Und, Nils, du hast recht. Ins Hochgebirge hat es uns nicht verschlagen. Aber die Tour hat uns immerhin auf rund 1300m ü. NN gebracht.

  2. Nach Hochgebirge siet das aber nicht aus. Wie hoch wohnt ihr denn?

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