Das Greenpeace-Fahrrad

Für meine Herzallerliebste habe ich schon seit längerem nach einem vernünftigen Stadtrad gesucht. Mit „vernünftig“ meine ich, dass das Zielobjekt mit Schutzblechen, einem Gepäckträger, einer Klingel sowie den gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitseinrichtungen ausgestattet sein sollte. Und selbstverständlich, und dieser Faktor erwies sich bislang als die größte Hürde bei der Anschaffung, sollte es der zukünftigen Fahrerin auch die Augen schmeicheln.

Durch einen Zufall bin ich in das Lager des Fahrradladens Linkhorst in Goslar gekommen. Und dort erblickte ich, versteckt zwischen anderen alten neuen Schätzchen, vielen Kleinteilen und gestapelten Umzugskartons das Greenpeace-Fahrrad.

Greenpeace-Fahrrad

Leider sind die im Netz verfügbaren Informationen zu dem Rad mehr als gering, weshalb ich eine Greenpeace kontaktiert habe. Dass es so wenige Informationen gibt, verwundert mich allerdings auch nicht wirklich. Das von mir erworbene Rad sollte ungefähr 1990 gebaut worden sein. Dafür spräche zum Beispiel die verbaute Suntour XC LTD-Gruppe.

Suntour XC LTD

Suntor XC Pro

Suntour XC Ltd

Suntour Pedersen

Die Antwort eines Greenpeace-Mitarbeiters verweist auf die Website eines Radfahrers aus Augsburg, der auch eins dieser Räder besitzt. Allerdings erscheint mir sein Greenpeace-Rad neueren Baujahres.

Das Fahrrad wurde als „das umweltfreundlichste Fahrrad” vermarktet. Mit im Team waren die Fahrradmanufaktur VSF (Verbund selbstverwalteter Fahrradbetriebe) und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Im Detail geht es um kurze Transportwege bei der Herstellung, die z.B. durch die Montage in der Schweiz und den Verbau von Teilen aus Europa realisiert wurden. Hiervon waren Pedale, Bremssystem und Lenkervorbau ausgenommen. Ich möchte diese blumigen Behauptungen hier zumindest vorsichtig anzweifeln, da zumindest die verbaute Suntour-Gruppe und die IRC-Reifen in Japan hergestellt worden sind.

Made in Japan

IRC Advantage auf Mavic

Bei der Produktion wurde grossen Wert auf Handarbeit gelegt. So kommt der Sattel von der Firma Lepper aus Holland.

Lepper-Sattel

Die Farbgebung in den Farben von Greenpeace wirkt für heutige grau-anhrazit-schwarz-dominierte Stadträder kunterbunt. Die Pulverbeschichtung erfolgte für eine optimale Umweltverträglichkeit völlig lösemittelfrei, wodurch trotzdem eine hohe Schlagfestigkeit und Korrosionsbeständigkeit gegeben sein soll.

Greenpeace-Fahrrad

Das Thema „Umweltfreundlichkeit“ wurde von den Entwicklern recht penibel aufgegriffen. Neben der umweltfreundlichen Lackierung sind an dem Rad auch keine PVC-haltigen oder mit FCKW geschäumten Kunststoffteile (betrifft Kabelumhüllungen, Lenkergriffen oder z.B. geschäumte Gelsättel) zu finden.

Und als Bonbon für die Langlebigkeit ist die zehnjährige Ersatzteilgarantie auch für Kleinteile zu werten, um nicht komplette Komponenten tauschen zu müssen. Die verbauten Suntour-Teile sind von außen abschmierbar.

Das Gewicht des Rades wurde in den Hintergrund gestellt. Fahren sollte es. Da macht auch eine so krude Gepäckträger-Befestigung nichts mehr.

Greenpeace-Fahrrad

Angesichts des Preises und der verbauten Teile ist das Gewicht des Rades zu vernachlässigen. Meine Liebste wird es hoffentlich regelmäßig durch Goslar bewegen und dabei viel Freude haben. Einen Regenbogen hat sie nun immer dabei…

Greenpeace-Fahrrad

(3) Kommentare

  1. Ich habe das Rad für meine Frau gekauft. Weil es zu einem angemessenen Preis zu haben war und es ihr gefallen hat. Es wird mit Sicherheit nicht geschlachtet. Sonst kann sie es ja nicht fahren…

  2. Naja, als Stadtrad gibt es ja bestimmt angenehmeres heutzutage. Wenn man es zerpflückt und in Teilen verkauft, kann man bestimmt noch ein hübsches Sümmchen erhalten!

    Haste das Rad auch aus dem Laden den du in dem anderen Artikel beschrieben hast? Meld dich, Danke!

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