Frische Fixpunkte

Nach unserem Umzug auf´s Land muss ich mich ein wenig umorientieren und neue Wege erforschen. Die Landschaft hier ist trotz der geringen Entfernung nach Goslar weniger bergig und deutlich weitläufiger. Es geht über Feld- und Wiesenwege und sanfte Hügel und meist kann man den die Wolken am Himmel beobachten. Nur selten wird man als Radfahrer von Wäldern verschluckt.

Manchmal sehne ich mich nach bekannten Wegen. Nach langen Anstiegen. Nach Wurzeln, Steinen und versteckten Teichen. Ich sehne mich nach Stille und Einsamkeit. Dann suche ich am Horizont die ersten Ausläufer des Harz und fahre los.

Aber natürlich beginnt der Tag gemütlich. Ohne Kaffee gehe ich nur aus dem Haus, wenn ich verschlafen habe.

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Als erklärtes Ziel meiner heutigen Reise durch den Vorharz habe ich mir einen Hofladen in Jerstedt ausgesucht. Die kürzeste Strecke dorthin ist von zu hier nur einen Katzensprung entfernt.

Vor dem Einkauf aber wollte ich neue Wege erkunden und ein paar Kilometer hinter mich bringen. Mich freut es immer, wenn ich asphaltierte Wege verlassen und ruhige Feld- oder Waldwege nutzen kann. Leider kommt irgendwann mit Sicherheit der Moment, an dem ich dann doch auf eine Straße ausweichen muss.

Schlaglöcher Harz

Dann muss man konzentriert fahren, denn im Landkreis Goslar sind die Waldwege sind die Fahrradwege und Straßen zum Grossteil in einem desolaten Zustand. Die Asphaltdecken sind von tiefen Kratern und Löchern gezeichnet und mit dem Fahrrad nur schlecht zu befahren.

Altes Verbotsschild

Ich habe die erste Möglichkeit genutzt, die Straße zu verlassen. Und das war eine gute Entscheidung!

Denn schon befand ich mich auf einem schmalen und schlammigem Pfad. Da hat das Radfahren dann endlich mal wieder Freude bereitet. So viel Freude, dass ich gleich eine Verschnaufpause an dem mir bis dahin unbekannten Teich einlegen musste (von dem ich in der Zwischenzeit weiss, dass es sich um den Morgenstern-Teich handelt. Dort scheint man zum Beispiel gut angeln zu können. Link ). Aber auch zum relaxen ist der Teich nur zu empfehlen.

ArneamSee

Morgenstern-Teich

Der Zwischenstopp war überhaupt nicht eingeplant und daher musste ich mich ein wenig beeilen. Weiter ging es also über schlammige Wege bis auf die nächste Kuppe. Schnaufend oben angekommen folgte schon die nächste Überraschung – ein Blick in die norddeutsche Tiefebene.

Wiesemitbaum

Nach einem kurzen Telefonat wusste ich, dass mir nicht der ganze Tag zum Radfahren zur Verfügung stehen würde. Als Hausbesitzer hat man immer irgendwas zu tun. Also habe ich mich etwas gesputet, denn auf meiner Runde wollte ich schon noch ein paar Ecken abklappern und meine Zeit im Wald geniessen. Schön finde ich, dass am Salzgitter-Höhenzug vornehmlich Laubbäume wachsen und es daher viel heller als im Harz ist. Dort sind zum Großteil Nadelbäume gepflanzt worden, weil diese schneller wachsen und dass dem Holzbedarf der Bergwerke entgegen kam.

Grüne Hölle

Ich habe mich dann Richtung Goslar orientiert. Leider war der erste Eindruck nicht wirklich gut. Viele dunkle Wolken zogen direkt über die Berge.

Wolken über dem Harz

Also habe ich mich spontan gegen die Pötzscher Hütte und für eine kleine Runde um die Granetalsperre entschieden. Ich habe einige Tage zuvor eine kleine Runde auf den Berg gedreht und habe bei 10°C und strömendem Regen in der Hütte gesessen und mich gefragt, warum ich nicht mal ein dünnes Jäckchen mitgenommen habe. Eine Wiederholung wollte ich mir gerne ersparen.

Harzer Wandernadel Schalker Turm

Die Runde um die Granetalsperre ist nicht wirklich anspruchsvoll. Fahrtechnisch ebenso wenig wie konditionell. Eigentlich besteht sie aus einer lang gezogenen Rechtskurve mit Blick auf Wasser oder Bäume.

Salsa Fargo

Granetalsperre

Um endlich einkaufen zu können, habe ich mich nach erfolgreicher Umrundung dann bergab rollen lassen und wieder Richtung neuer Heimat orientiert. Netterweise konnte sich die Sonne einen Weg durch das dichte Wolkenmeer bahnen und hat mir die Stimmung noch mehr aufgehellt. Fröhlich lächelnd und entspannt strampelnd bin ich die letzten Kilometer über´s Land gefahren und bin dem Weg der Wolken zum Horizont gefolgt.

Sonnenstrahlen auf Getreidefeld

Nach einer kleinen Runde auf der Suche nach dem richtigen Weg zu Hofladen der Familie Stecher habe ich mein Ziel schliesslich doch erreicht.

Stechers Landgenuss Feldverkauf Jerstedt

Blumenkohl

 

Sweeties

 

Nach 60 Kilometern konnte ich endlich die Beute einsacken und mich auf den Heimweg machen.